von Albert Glossner, 29. Januar 2025
In der Positiven Psychologie hat die Arbeit mit Stärken einen hohen Stellenwert. Um mehr über eigene Stärken herauszufinden, sind drei recht einfache Fragen gut geeignet. Ich habe mit diesen Fragen im Training gearbeitet und überraschend gute Erfahrungen damit gemacht.
Die Arbeit mit Stärken hat in der Positiven Psychologie einen großen Stellenwert. Die Erarbeitung eines eigenen Modells der Charakterstärken (Peterson & Seligman 2004) war eines der ersten großen Projekte der Positiven Psychologie. Zielsetzung war, ein „Anti-DSM“ (DSM = Diagnostisches und statistisches Manual psychischer Störungen) zu entwickeln. Statt einer Orientierung an Krankheit und Störung steht hier die Erforschung von Stärken und Tugenden im Mittelpunkt. Das Modell umfasst 24 Persönlichkeitsstärken, die in 6 Familien („Tugenden“) zusammengefasst wurden.
In der weiteren Arbeit mit diesem Modell der Charakterstärken konnte die Positive Psychologie belegen, dass
Ich persönlich schätze sowohl im Training als auch im Coaching, dass sich viele Übungen mit dem Einsatz von Stärken kombinieren lassen und dadurch ein Mehr an Kraft und Wirksamkeit gewinnen.
Mittlerweile gibt es in der Positiven Psychologie eine große Vielfalt von Übungen und Interventionen für die Arbeit mit Stärken (Niemiec 2019).
Diese lassen sich einteilen in…
Vorab: Wenn du mehr über deine Stärken erfahren möchtest, kannst du einen Stärkentest durchführen. Unter www.charakterstaerken.org ist ein kostenfreier Zugang zum VIA-Charakterstärkentest möglich. Diese Seite wird von der Uni Zürich bereitgestellt. Um den Test nutzen zu können, ist es erforderlich, anonymisiert einige persönliche Daten zur Verfügung zu stellen, die für Forschungszwecke genutzt werden.
Einen anderen Zugang zur Klärung eigener Stärken bieten drei Fragen. Diese drei Fragen wurden zunächst von Robert Biswas-Diener (2010) beschrieben und sind ursprünglich für den Kontext des Coachings entwickelt. Ich selber habe mit ihnen im Training experimentiert und gute Erfahrungen damit gemacht. Die drei – recht einfachen – Fragen sind:
Diese drei Fragen haben jeweils einen unterschiedlichen zeitlichen Fokus: Frage 1 auf die Vergangenheit, Frage 2 auf die Gegenwart und Frage 3 auf die Zukunft. Die Frage nach dem Stolz fragt nach Leistungen in der Vergangenheit – hier ist der Bezug zu Stärken offensichtlich. Frage 2 und 3 deuten darauf hin, was Quellen deiner Freude sind und hier liegen höchstwahrscheinlich auch deine Stärken.
So verraten deine Antworten zu diesen Fragen viel über deine Stärken.
Ich habe mit diesen Fragen in unterschiedlichen Gruppen gearbeitet. Meine Erfahrung ist, dass sie sich für viele unterschiedliche Zielgruppen eignen. So habe ich diese Fragen beispielsweise in einer kleinen Gruppe Techniker*innen in folgender Weise eingesetzt:
Meine Erfahrung war hier, dass auf diese Weise alle Beteiligten viel über eigene Stärken erfahren haben bzw. ihnen eigene Stärken bewusst wurden. Gleichzeitig gab es einige sehr berührende Momente des Teilens und der Selbsterkenntnis.
Der Zeitaufwand für diese Übung beläuft sich je nach Gruppengröße auf ca. 45-60 Minuten.
Mehr Wissen zu Stärken, zum Einsatz von Stärkeninterventionen und zum Erkennen eigener Charakterstärken bietet die Ausbildung zum Anwender Positive Psychologie.
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