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von Marion Kellner-Lewandowsky, 11. März 2025
Fragt man mich, welches Tool ich im Coaching am meisten verwende, so nenne ich meist die Skalenarbeit. Obwohl auch manchmal im Training eingesetzt, ist es für mich ein klassisches Coaching-Tool, das durch den universellen Einsatz in jede Toolbox des Coach gehört.
Ich habe die Methode vor vielen Jahren in meiner eigenen Coachingausbildung kennengelernt. So einfach wie die Methode daherkommt, so vielfältig und tiefgehend kann ihr Einsatz sein.
Bei der Skalenarbeit im Rahmen der Problemexploration werden Klient*innen durch den Coach aufgefordert, die Problembelastung auf einer Skala zwischen 0 – keine Belastung und 10 – äußerste Belastung einzuschätzen. Diese Einschätzung ist eine subjektive und individuelle und wird vom Coach nicht hinterfragt.
Die meisten Klient*innen kommen schnell zu einer eigenen differenzierten Einschätzung der Belastung und können mir eine Zahl zwischen 0 und 10 nennen. Bei anderen kann es helfen, die Differenzierung anhand der nachfolgenden Tabelle vorzunehmen:
Wert | Belastung |
---|---|
0 | Keinerlei Leidensdruck. Ich fühle mich ruhig und entspannt. |
1 | Neutral oder ganz passabel, aber nicht so entspannt wie möglich. |
2 | Leicht gereizt. Erste Zeichen von Spannungen, Schmerz oder diffusem Stress. |
3 | Leicht verstärktes Unbehagen, unerfreulich, aber beherrschbar. |
4 | Unbehagen ist sehr unangenehm, aber noch auszuhalten.Unbehagen ist sehr unangenehm, aber noch auszuhalten. |
5 | Unbehagen ist sehr unangenehm, aber noch auszuhalten. |
6 | Unbehagen wird schlimmer, und hat Auswirkungen auf das Verhalten. |
7 | Unbehagen ist stark, schmerzliche Gefühle durchdringen den Alltag. |
8 | Unbehagen sehr stark, das Denken ist ständig damit beschäftigt. |
9 | Unbehagen ist kaum mehr zu ertragen. |
10 | Äußerstes Unbehagen, schlimmer kann ich es mir nicht vorstellen. Ich habe Angst, die Beherrschung zu verlieren und kann an nichts anderes mehr denken. |
Die Skala macht mir als Coach deutlich, wie stark die Belastung der Klient*innen ist. Außerdem habe ich damit ein Messinstrument für die Wirkweise und den Erfolg des Coachings.
Beim Einsatz der Skalenarbeit als Coachingmethode gibt es einige zentrale Punkte, auf die ich besonders achte:
Durch diese bewusste Arbeit mit der Skala wird sie zu mehr als nur einem Messinstrument – sie wird zu einem Wegbegleiter für den Veränderungsprozess und ein wertvolles Mittel zur Selbstreflexion der Klient*innen.
Die Arbeit mit differenzierenden Skalen ist auch im positiven Bereich wie Zielerreichung oder Lösungsqualität denkbar:
Außerdem kann man Skalen auch nutzen, um
Um das volle Potenzial der Coachingmethode Skalenarbeit auszuschöpfen, kombiniere ich die Methode gezielt mit visuellen und körperlichen Materialien oder die Arbeit im Raum. Dadurch wird die Skalenarbeit für die Klient*innen nicht nur kognitiv, sondern auch physisch und emotional erlebbar, was die Wirkung der Methode sehr verstärkt.
Im Online-Coaching nutze ich dafür eine Visualisierung (auf einer Folie, einer eigenen Zeichnung, oder einer Papierskala unter einer zweiten Kamera, auf der die Klient*innen ihren aktuellen Wert markieren können. Diese visuelle Verankerung erleichtert es ihnen, Veränderungen im Verlauf der Sitzung bewusst nachzuvollziehen. Ergänzend kann der Skalenwert auch schriftlich oder durch Symbole festgehalten werden, um Fortschritte zwischen den Sitzungen sichtbar zu machen.
Im Präsenz-Coaching bevorzuge ich den Einsatz von Papierskalen auf Tischen, dem Flipchart oder dem Boden. Auf einer Papierskala lasse ich die Klient*innen ihren Wert sowohl zu Beginn als auch zum Abschluss der Sitzung eintragen. Eine weitere Möglichkeit ist bei der Arbeit auf dem Tisch oder Boden die Nutzung von kleinen Spielfiguren oder Markierungen, um den Wert flexibel und sichtbar darzustellen.
Besonders wirkungsvoll empfinde ich die Arbeit im Raum. Hier lege ich Zahlenkarten oder einen Zahlenstrahl von 0 bis 10 aus und lasse die Klient*innen in Anlehnung an Aufstellungsarbeit ihre Position direkt in persona einnehmen können. Diese körperliche Erfahrung macht den angegebenen Wert für viele Klient*innen nochmal stärker erlebbar und verstärkt die Auseinandersetzung mit der eigenen Wahrnehmung.
Zudem bietet die räumliche Skalenarbeit die Möglichkeit, durch Perspektivwechsel gezielt neue Einsichten zu gewinnen. Sie können direkt auf der Skala auf ihrem aktuellen Problemwert oder Zielwerten Position einnehmen. Sie können aber auch ausprobieren, wie es sich anfühlt, eine höhere oder niedrigere Zahl einzunehmen oder aus einer Position von außen auf die Skala schauen.
Durch diese erweiterte Form der Skalenarbeit wird die Coachingmethode noch tiefer und unterstützt nachhaltige Veränderungen auf mehreren Ebenen.
Skalenarbeit kann ich mir aus meiner Coachingarbeit nicht mehr wegdenken. Sie unterstützt mich, das Thema der Klient*innen genauer zu verstehen und gleichzeitig die Wirkung des gemeinsamen Arbeitens mess- und sichtbar zu machen.
Fragt man mich, welches Tool ich im Coaching am meisten verwende, so nenne ich meist die Skalenarbeit. Obwohl auch manchmal im Training eingesetzt, ist es für mich ein klassisches Coaching-Tool, das durch den universellen Einsatz in jede Toolbox des Coach gehört. Ich habe die Methode vor vielen Jahren in meiner eigenen Coachingausbildung kennengelernt. So einfach […]
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